Cover. Europaverlag 2018

Jan Stocklassa

Stieg Larssons Erbe - Ein hochspannender Tatsachenroman

Fast jeder kennt die Millenium Triologie des berühmten schwedischen Autors Stieg Larsson. Aber kaum einer weiß von seiner wahren Leidenschaft: Dem Kampf gegen den Rechtsextremismus. Und damit verbunden: Sein Interesse an dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsident Olof Palme im Jahr 1986.

Der Journalist Jan Stocklassa schildert in seinem Tatsachenroman im ersten Teil diese Arbeit von Stieg Larsson, lässt Stieg Larsson selbst zum Hauptdarsteller eines Krimis werden. Es geht um Stiegs Recherchen zu einem Mord, der tatsächlich passiert ist und nie aufgeklärt wurde. Trotz Ermittlungen von Polizei, Säpo und LKA. Man muss beim Lesen sehr konzentriert sein, denn es geht um viele Namen, viele Verwicklungen, viele unterschiedliche Theorien. Trotzdem versteht Stocklassa es, diesen Stoff in kurzen Kapiteln sehr lebensnah und anschaulich zu schildern. Ich war stets gefesselt von dem Buch und konnte mich sehr gut in die Zeit und in Stieg Larsson selbst hineinversetzen.

Den berühmten Autor so gut kennenlernen zu dürfen, war ein ganz großen Highlight dieses Buches!

Im zweiten Teil geht es um Jan Stocklassas eigenen Recherchen. Er stößt auf Stieg Larssons Material und führt seine Ermittlungen weiter. Auch das ist spannend und als Stocklassa die Theorien später zusammenfügt, ist das Bild absolut stimmig und nachvollziehbar. Ich hoffe wirklich, dass die schwedische Polizei seinen Hinweisen nachgeht und bin gespannt, ob sich der Mord an Olof Palme mit Hilfe dieser jahrelangen akribischen Ermittlungen aufklären lässt.

Ein sehr gutes, sehr anspruchsvolles, unterhaltsames Buch!

 

geschrieben am 13.12.2018

 

 

 

Cover. Midnight by Ullstein
Cover. Midnight by Ullstein

Bodo Manstein

Die Tote in den Dünen

Der Krimi „Die Tote in den Dünen“ ist der dritte Teil der Sylt Krimis um den Journalisten Robert Benning.

Ich kannte die ersten beiden Teile nicht, trotzdem ist es mir sofort gelungen, in die Handlung einzusteigen, die von Beginn an fesselt und anschaulich geschildert wird.

Das Buch beginnt mit einem Toten und einem geheimnisvollen Schlüssel, den dieser um den Hals hängen hat. Der Obdachlose Gonzo findet diesen Schlüssel und wird so Teil einer Geschichte, die ihn noch teuer zu stehen kommen wird.

Ralph Schöne ist ein aussichtsreicher Bürgermeisterkandidat. Was verheimlicht er vor seiner Frau?

Robert Benning arbeitet an einer Reporte über das Rotlichtmillieu. Durch seine Freundschaft mit dem Polizisten Michael Hinrichs ist auch er von Anfang bei dem Fall dabei. Auch bei dem Prostituiertenmord, um den es später hauptsächlich geht. Ein wenig Extraspannung bringen die Probleme mit seiner Freundin, der Notärztin Beate.

Mord, enttäuschte Hoffnungen, Verwicklungen, Erpressung. "Die Tote in den Dünen" hat alle Zutaten, die ein guter Krimi braucht.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Es ist ein Regionalkrimi aus dem Genre Cosycrime – auch sehr gut lesbar für Leute, die es nicht blutig und brutal mögen. Die Handlung ist interessant und gemütlich. Eine gute Urlaubslektüre oder ein Buch für einen ruhigen Kaminabend und ein wenig Fernwehstimmung.

 

geschrieben am 12.12.2018

 

 

 

Cover Midnight by Ullstein 2018
Cover Midnight by Ullstein 2018

 

Thomas Ehrenberger - Weil ihr böse seid

„Weil ihr böse seid“ ist der dritte Teil der Serie um die LKA-Kommissarin und Profilerin Sarah Spielmann. Der Krimi startet rasant mit einem brutalen Verbrechen an einem Eishockeyspieler. Die Täter sind als Puppen verkleidet. Sie tragen Masken und sind dadurch sozusagen entmenschlicht. Diese Eigenschaft wird auch in den weiteren Taten dieser Puppen deutlich. Man spürt richtig, welche Macht diese Masken haben. Und der Leser wird so manches Mal durch die Brutalität geschockt, zu der die Täter fähig sind.

Thomas Ehrenberger hat hier einen rasanten Krimi geschrieben, der für meine Begriffe eher ein Thriller ist. Auch wenn es natürlich darum geht, wer hinter den grausamen Taten steht. Denn schnell wird deutlich, dass im Hintergrund ein Puppenspieler seine Fäden zieht. Ein geheimnisvoller Serientäter, der sich Luzifer nennt.

Sehr gelungen fand ich übrigens nicht nur die Krimihandlung, sondern auch die Nebenfigur der Schwiegermutter. Anders, als man vielleicht erwarten würde, übernimmt sie hier nicht die Rolle des „Schwiegermonsters“. Im Gegenteil: Mit ihrer fürsorglichen Art und den Tarotkarten bildet sie gewissermaßen den Gegenentwurf zum Serientäter, der für den Leser sehr wohltuend ist.

Insgesamt bin ich absolut begeistert von diesem Krimi, der ein großes Lesevergnügen war. (Nicht nur, weil es das erste Buch ist, dass ich mit meinem neuen Kindle gelesen habe.)

Wenn am Ende die Masken gelüftet werden, wartet noch eine Überraschung.

 

geschrieben am 30.11.2018

 

 

Limes Verlag, Random House 2018
Limes Verlag, Random House 2018

Der Zorn der Einsiedlerin

Fred Vargas

 

Fred Vargas zählt zu meinen Lieblingskrimiautorinnen. Ihre Krimis haben etwas ganz besonderes und wer schon mal einen von ihnen gelesen hat, der weiß, wovon ich spreche.

Kommissar Adamsberg ist ein „Wolkenschaufler“. Er hasst es, im Büro zu sitzen. Er denkt nicht nach, sondern er lässt seine Gedanken treiben. Trotzdem besitzt er einen messerscharfen Verstand, der zwar jedes Mal auf Abwege gerät, aber am Ende auf einzigartige adamsberg`sche Art die Fälle löst.

In seiner Brigade in Paris tummeln sich neben noch mehr Originale. Jeder hat Stärken und Schwächen und jeder wird geschätzt. Wer sie alle kennenlernen will, sollte sich die Zeit nehmen und mit den früheren Bänden von Vargas zu beginnen. Natürlich kann man den Zorn der Einsiedlerin auch für sich betrachtet lesen. Aber mit den Figuren ist es wie mit allem: Der erste Eindruck ist meist oberflächlich. Wer in die Tiefe gehen möchte, muss sich Zeit nehmen.

Adamsberg hat zwei Fälle zu lösen, bevor er in das Mysterium der Einsiedlerspinne eintaucht. Denn es sind drei Männer durch Spinnenbisse ums Leben gekommen. Und die Spinne tötet eigentlich nicht, darin sind sich die Arachnologen einig.

Welche Gemeinsamkeiten haben die Spinnen und mittelalterliche Einsiedlerinnen? Und welche Rolle spielt dieses Waisenhaus, aus dem zwei der Opfer stammen? Der neue Fall von Adamsberg wird wieder spannend, verrückt, verworren, herzergreifend und neblig. Und da ist noch eine Begegnung aus seiner Kindheit, die ihn belastet. Die mit der Einsiedlerspinne zu tun hat.

Danglard, sein engster Vertrauter wendet sich von ihm ab. Eine Amselfamilie ist in Gefahr.

Kurzum: Dieses Buch ist ein Muss für Fans von Fred Vargas und alle, die es werden wollen.

 

geschrieben am 18.11.18

 

 

Penguin Verlag, Random House 2018
Penguin Verlag, Random House 2018

 

VERBORGEN ist der brandneue Serienstart der Krimiautorin Anna Simons, die unter den Pseudonymen Anna Martens Thriller und Anna Schneider Jugendbücher schreibt.

Ärztin Eva Korell hat gerade ihren neuen Job in einem Gefängnis in München angetreten. Sie ist frisch getrennt und schleppt einige Probleme mit sich herum. Nach außen hin tritt sie stark und selbstbewusst auf – so wie es auch der Beruf von ihr verlangt. Sie wirkt auf den Leser sehr sympathisch – keineswegs abgehoben oder eingebildet, wie man es von einer Ärztin vielleicht erwartet. Sie setzt sich sehr für ihre Patienten ein. Manchmal ist sie selbst unsicher, was ihre neue Rolle angeht. Die Umgebung Gefängnis stellt sie vor große Herausforderungen und es werden ganz andere Dinge von ihr verlangt, wie früher im Krankenhaus. Manchmal muss sie sich vor ihren eigenen Patienten schützen.

Die Autorin Anne Simons lässt den Leser in diese unbekannte, faszinierende und manchmal auch verstörende Welt eintauchen. Sie scheint sich sehr gut dort auszukennen, denn der Leser nimmt ihr alles ab. Es wirkt authentisch. Sowohl die Schilderungen vom Gefängnisalltag, wie auch die der ärztlichen Arbeit. So eine andere Welt kennenzulernen bereitet mir immer großes Vergnügen. Mit Freunde habe ich die Haftanstalt Wiesmoor besucht und Eva Korell bei ihrer Arbeit zugesehen.

Im Buch VERBORGEN geht es um zwei sehr unterschiedliche Frauen. Einmal natürlich um Eva, die Serienheldin, dann aber auch um Nicole Arendt, die zweite Hauptfigur. Gerade in Nicole habe ich die Handschrift der Autorin (aus ihren Thrillern) wiedererkannt.

Nicole Arendt ist auf den ersten Blick nur Opfer. Sie ist die Frau eines Gefängnisinsassen, der sie jahrelang misshandelt hat. Trotzdem bleibt sie bei ihm und besucht ihn sogar im Gefängnis. Ihr Charakter ist vielschichtig angelehnt. So besitzt sie auch eine innere Stärke – einen harten Kern, der im Laufe der Erzählung offengelegt wird.

Das Zusammentreffen dieser beiden Frauen macht den Krimi zu einem Erlebnis. Insgesamt ist VERBORGEN ein großartiger Serienstart und ich kann allen Krimifans nur empfehlen, von Anfang an dabei zu sein!

 

geschrieben am 21.10.2018

 

Scherbennacht, 2018 Blanvalet, Verlagsgruppe Random House
Scherbennacht, 2018 Blanvalet, Verlagsgruppe Random House

Scherbennacht, von Nicole Neubauer

Scherbennacht ist das dritte Buch von Nicole Neubauer und es geht mit bekanntem und bewährtem Personal weiter.

Da ist Hauptkommissar Waechter mit seiner Messi-Wohnung und dem großen Herzen. Hannes Brandl, der Bad-Boy des Teams: Er vereint viele Widersprüche in sich: Aggressivität und Verletzlichkeit, Veganer, schleppt alte und neue Familienlasten mit sich herum. Der letzte Fall (Moorfeuer) hat ihn schwer mitgenommen und er ist noch nicht bereit für den Dienst, als er zurückkehren muss.

Elli ist mein Lieblingscharakter. Sie ist die Frau im Team. Eine Powerfrau, ein wenig übergewichtig, humorvoll und herzensgut, für mich die Seele des Teams. Die eine, die die schwierigen Männer zusammenhält. Eigentlich eine ganz normale Frau.

Der Hüter des Schweigens. Der Name sagt alles.

Der Fall, der die kleine Mordkommission dieses Mal an ihre Grenzen bringt, ist ein Polizistenmord im aufgeheizten München. Dort herrscht Ausnahmezustand. Kriegsschauplatz ist der Wohnungsmarkt. Ein Haus muss geräumt werden. Es gibt Proteste und eine Demonstration, die aus dem Ruder läuft. Hier kommt eine Spezialeinheit der Polizei zum Einsatz, die auch in den Mordermittlungen des Krimis immer wieder eine Rolle spielt.

Zu Beginn des Buches wird Leo Talhammer erschossen. Er war Drogenfahnder und einem Mann mit mafiösem Background auf der Spur. Immer wieder aber führen die Spuren des Verbrechens in die eigenen Reihen der Polizei. Und eine alte Schuld wird aufgedeckt.

Mir hat Scherbennacht sehr gut gefallen, was zum größten Teil an dem bemerkenswerten Schreibstil von Nicole Neubauer liegt. Er ist oft lakonisch, manchmal rotzig, ohne je niveaulos zu werden. Ihre Stärke sind treffende Vergleiche und Beobachtungen. So viel, was zwischen den Zeilen steht. Das ist Erzählkunst und macht Freude!

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und empfehle es weiter!

Wer die Reihe noch nicht kennt, dem würde ich vorher Kellerkind und Moorfeuer ans Herz legen. Der Erstling ist immer noch mein Lieblingswerk, auch wenn Scherbennacht dicht heranreicht. Moorfeuer war auch nicht schlecht, hat mic.h aber vom Thema nicht so angesprochen wie die anderen. Um den Lesegenuss abzurunden, sollte man es natürlich auch lesen.

Ich freue mich schon auf den vierten Band!

 

geschrieben am 22.09.18

Buchcover, Ullstein Buchverlage 2018
Buchcover, Ullstein Buchverlage 2018

 

Todeskäfig von Ellison Cooper

 

Sehr amerikanischer Thriller im Hollywoodstyle

 

Ein Mädchen wird in einem Käfig gefunden. Sie ist dort verdurstet. Der Täter hat sie über ein halbes Jahr dort gefangen gehalten und Versuche mit ihr durchgeführt. Für die Polizei legt er Sprengfallen aus und schnell wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt und dass er noch ein weiteres Mädchen in seiner Gewalt hat. Die Jagd beginnt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und fand den Sprecher Peter Lontzek große Klasse. Er hat eine angenehme Stimme und versteht es, die Spannung zu transportieren.

Die Hauptperson Sayer Altair ist FBI-Agentin und Wissenschaftlerin. Sie ist ein sympathischer Charakter und harmonisiert gut mit ihrem Partner Vic.

Cooper legt hier einen klassischen Thriller und Whodunnit vor, der vom Ablauf leider ein wenig vorhersehbar ist. Handwerklich ist er gut gemacht, immer kurzweilig und abwechslungsreich mit jeder Menge Action.

Die Handlung erinnert an einen Hollywood-Blockbuster und ist ganz klar auf die breite Masse zugeschnitten. Es werden keine Regeln gebrochen und keine Lesererwartung bleibt unerfüllt. Das Ende kommt mit viel Brimborium und Tamtam daher und schließlich noch eine große Portion Zuckerguss. Viele gängige Klischees werden verwendet – zu viele, für meinen Geschmack.

Mir haben die Ecken und Kanten dieses Thrillers gefehlt. Er war nicht unspannend, ich konnte ihn gut hören, aber auch genauso gut wieder weglegen, ohne dass es mir schlaflose Nächte breitet hätte. Ich hatte immer eine Ahnung, was als nächstes passiert und meistens wurde sie bestätigt.

Sicher, Wendungen sind drin, aber keine, die einen sprachlos zurücklässt. Dabei ist das Motiv des Killer durchaus bemerkenswert und schlüssig. Auch interessant.

Nur die Umsetzung war mir ein wenig zu amerikanisch. Zu sehr Hollywood. Mainstream, wie ein eingängiger Popsong.

Fazit: Ein Buch, dass mich stets gut unterhalten, aber wenig gefesselt hat.

geschrieben am 19.09.2018

Der Schatten von Melanie Raabe
Der Schatten von Melanie Raabe

Todesprophezeiung

Melanie Raabe, Der Schatten, btb 2018

Seit ich „Die Falle“ von Melanie Raabe gelesen habe, bin ich ein großer Fan der Autorin. Es war ein unglaublich tolles Debüt, das aus der Masse der Thriller hinaussticht. Ist es für einen Autor schön, immer an einem einzigen Werk gemessen zu werden? Mit Sicherheit nicht. Deshalb möchte ich betonen, dass ich es nur tue, weil mich „Die Falle“ so absolut begeistert hat. So sehr, dass es schwierig und vielleicht nahezu unmöglich ist, an diese Qualität heranzureichen oder sie zu übertreffen. Wobei ich sicher bin, dass Melanie Raabe das Zeug dazu hat.

Jetzt aber zu „Der Schatten“: Melanie Raabe weicht dieses Mal von Stil der beiden ersten Bücher ab. Sie verwendet nicht mehr die Ich-Erzählerin, sondern den personalen Erzähler.

„Der Schatten“ ist ein Thriller, wobei ich gestehen muss, dass wirkliche Spannung für mich erst in der zweiten Buchhälfte aufkam. Dann mochte ich es aber nicht mehr weglegen. Norah ist eine Kämpferin für Frauenrechte. Zornig, einsam, ein wenig verloren in Wien, wo sie gerade erst hingezogen ist. Journalistin, aber auch ein wenig naiv. Ich bin nicht richtig mit ihr warm geworden.

Von einer Bettlerin erhält sie eine merkwürdige Prophezeiung. Sie wird einen Mann töten, der ihr vollkommen unbekannt ist. Norah ist erst skeptisch, lässt sich aber später dann doch darauf ein.

Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen. „Der Schatten“ ist mit Sicherheit ein gutes Buch. Leider ist für mich der Funken nicht richtig übergesprungen. Trotzdem gebe ich fünf Sterne, weil meine Erwartungshaltung so hoch war. Und man kann einem Buch nicht vorwerfen, dass es nicht „Die Falle“ ist.

 

geschrieben am 11.09.2018

Buchcover: Der Abgrund in dir (Diogenes Verlag 2018)

 

Der Abgrund in dir

von Dennis Lehane

Mein erster und definitiv nicht mein letzter Lehane

Ich bin so froh, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar gewonnen habe, denn sonst hätte ich es bestimmt nicht gelesen. Klar, der Klappentext klingt interessant, aber das Cover hat mich nicht vom Hocker gerissen und den Autor kannte ich bis dato auch noch nicht.ABER dieses Buch hat mich echt begeistert. Und zwar noch nicht mal das erste Kapitel, in dem man erfährt, dass Rachel ihren Mann erschießt. Nein, eher die Kapitel danach, obwohl das Buch nach diesem Hammer-Einstieg ganz leise startet. Rachels Kindheit. Ihre Mutter, die sich weigert den Namen von Rachels Vaters zu verraten. Rachels Suche. Der erste Rückschlag. Lehane schreibt total interessant und den Reiz seines Schreibstils macht aus, dass man die Figuren nach und nach entdecken kann. Dass man ihnen erst glaubt und dann ihre Lügen aufdeckt. Und dass trotzdem alles stimmig ist. Dass man sie zwischendurch liebt und hasst.
Sie sind so real. Figurenzeichnung auch allerhöchsten Niveau. Lehane führt einen in die Irre und der Leser zweifelt nicht einen Moment lang an seiner Glaubwürigkeit.

Rachel Childs wird Reporterin und reist nach Haiti, um über die dortigen Naturkatastrophen zu berichten. Was sie dort erlebt, lässt sie aber als tief verwundeten Mensch zurück. Sie erleidet einen Zusammenbruch und traut sich nicht mehr aus dem Haus, geschweige denn Auto zu fahren oder ähnliches. Und ausgerechnet sie gerät dann in einen tödlichen Komplott.Rachel, die Hauptfigur, hat mir am besten gefallen. Es ist toll, in ihre Haut zu schlüpfen und in ihren Kopf zu blicken. Ein Leseerlebnis, dass man so leicht nicht mehr vergisst.
Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. Gerade auch und vor allem für Frauen!

 

geschrieben am 26.08.18